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Edelhölzer
von Marc Christiansen   

Für den W126 gab es serienmässig eine reichhaltige Holzausstattung aus Zebrano. Soviel Holz wurde bis dato ab Werk nie in einem Mercedes verbaut - wenn man einmal vom noblen Mercedes 600 absieht.

holz_beide

Edelholz gab es an den Türverkleidungen, dem Armaturenbrett und der Mittelkonsole.

In der 1.Serie war durchweg Zebrano Serienumfang - eine Ausnahme bildeten hier jedoch die Coupétypen 380 und 500SEC bei denen Wurzelholz Serie war.

Bei den Modellen der 2.Serie war ebenfalls Zebrano serienmässig - mit Ausnahme des Spitzenmodells 560SE/SEL und den SEC-Typen.

300se_innenraum

Oben ein 300SE mit Softlederausstattung in grau (268) und Zebranoholz.

zebrano_muster

Zebrano stammt aus den tropischen Regenwäldern Westafrikas und wird aus dem Holz der Microberlinia gewonnen, einer kleinen Pflanzengattung mit nur zwei Arten die zu den Johannisbrotgewächsen zählen.

Es ist das "Ur-Edelholz" im Bezug auf Fahrzeuge von Daimler-Benz. Es wurde Jahrzehntelang in allen Baureihen verbaut und wurde eine Zeitlang als "billig" verpönt - meist von den Freunden des aufpreispflichtigen und deshalb seltener anzutreffenden Wurzelholz.

Heute erlebt Zebrano jedoch wieder eine Renaissance im Möbelbau, bei Yachtausstattungen und selbst der neue kleinere Rolls-Royce Ghost besitzt ab Werk eine Zebrano-Edelholzausstattung!

Johannes_560_Innenraum

Oben ein 560SEL mit Veloursausstattung in grau (968) und Wurzelholz.

wurzelholz_muster

Als Wurzelholz ist ebenfalls ein Edelholz, genau wie Zebrano auch, wird jedoch aus den Wurzeln einer Edelholzart gewonnen - im Fall des W126 nennt man es auch Walnusswurzelholz, auch wenn dies nie offiziell von Mercedes als solches bezeichnet wurde.

Wurzelholz war nur in den SEC-Typen und später in den Limousinen 560SE/SEL serienmässig verbaut worden.

Dies alles wäre zwar noch keine wirkliche Innovation gewesen - wobei man es im Jahr 2010 schon als Innovation bezeichnen kann. Schließlich wurde damals im Großserienbau eine solche Perfektion an den Tag gelegt die heute nur noch in Maybach und Rolls-Royce Modellen serienmäßig ist. (natürlich bekommt man heute bei Daimler auch noch feinste Edelhölzer für sein Auto - aber die Qualität von damals übertrifft nur das Manufakturprogramm von designo)

Daimler-Benz überlegt sich bei allem Schönen auch immer wie man es weiter perfektionieren kann - bei der Edelholzverkleidung des Innenraums geht es somit nicht nur um Eleganz und Schönheit, sondern auch um den Insassenschutz. Schließlich kann so ein Furnier auch brechen und dann eine böse Verletzungsgefahr darstellen.

Eine Lösung war relativ einfach zu finden - das Holz musste eine gewisse Formänderung mitmachen ohne direkt zu zerbrechen. Also fügte man eine dünne Schicht Alublech zwischen das Trägerholz und das Furnier. Was sich hier so einfach liest war das Ergebnis langwieriger Testreihen!

holzaufbau2

Alle Holzverkleidungen gegen die Insassen stoßen oder die durch Karosserieverformungen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten beinhalten diese stabilisierende und verformbar machende Aluschicht.

 

 

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