Achtung, Vorserienmodell!
Fuenfkommasechs.de soll die Sonderklasse unter den privaten Daimler-Fanseiten werden. Als solche war sie bis zum 1. Januar 2010 schon eineinhalb Jahre als Erlkönig im Verborgenen unterwegs. Jetzt haben wir Vorserienstadium erreicht, den Zugang an Neujahr öffentlich gemacht und freuen uns seitdem, daß Ihr uns bei den letzten Entwicklungsschritten begleitet und auch die eine oder andere Fehlerhaftigkeit noch eine zeitlang entschuldigt.
Herzlich willkommen!
Entstehung dieser Website
Das Internet macht vieles möglich und fast alles leichter. Besonders trifft dies auf die Gebrauchtwagensuche zu. Nie war das Angebot größer und einer breiteren Klientel zugänglich als online und per Mausklick. Durch die größere Auswahl stiegen aber auch die Erwartungen.
Als ich selbst im Winter 2005/2006 auf Internet-Recherche nach einem W126 war, fand ich schon nach einfacher Stichwortsuche alle technischen Daten, auch eine Kaufberatung und natürlich jede Menge Fahrzeugangebote bei Autoscout24, Mobile.de oder eBay. Was ich wochenlang vergebens suchte, war die ehrliche Antwort auf eine Frage, die mich statt technischer Schwachpunkte und günstiger Versicherungstarife bei einer Alt-S-Klasse viel eher interessierte: wie lebte es sich wohl mit einem Sternenklassiker dieser Größenordnung im Alltag?
Sehr bewandert war ich weiß gott nicht. Meine bisherige „Autokarriere" umfaßte zwei VW-Golf, einen Suzuki Vitara und diverse Firmen- und Leihwagen. Zu meinem dreißigsten Geburtstag wollte ich endlich anfangen bewußter zu leben - zumindest in automobilistischer Hinsicht.
Wie wohl den meisten Angehörigen der 1970er Jahrgänge spukte auch mir das Bild des „großen Mercedes" im Kopf herum, den wir als Kleinstadt-Kinder nur von den Nachrichten aus Bonn, Ausflügen in die Bankenmetropole Frankfurt oder vom „Herrn Professor" aus der feineren Wohnlage her kannten.
 Berlin 1986: je größer die Stadt, desto näher am Sternenhimmel | Foto: Privatarchiv Schlörb
Wie es wohl sein würde, ganz ohne größeres Vermögen solch einen Sternenkreuzer heute zu besitzen und ihn auch ohne Kfz-Meisterbrief artgerecht zu halten?
Kein Fachzeitschriftenartikel, erst recht kein Wikipedia-Eintrag und auch keine der unzähligen Club- und Privatseiten zum Thema W126 im World Wide Web gaben hierüber wirklich Auskunft. Obwohl gerade letztere noch die brauchbarste Quelle für Erfahrungsberichte hätten sein können - Fehlanzeige! So unternahm ich aus Jux selbst etwas gegen diese unerträgliche Lücke im sonst allumfassenden Wissensmedium Internet, und legte nach Kauf meines eigenen Traumwagens ein kleines Online-Tagebuch an, ein „Blog" (Kurzform für „Benzlog" ;-)) auf einer Domain, deren Name augenscheinlich vom Hubraum des just erstandenen 560 SEL abgeleitet ist.

Urversion von fuenfkommasechs.de
Hier sollte fortan „mein neues Leben mit der alten S-Klasse" detailreich und höchst subjektiv beschrieben werden, denn genau das hätte ich auch selbst gern von anderen lesen wollen: das Hochgefühl beim Kauf, die ersten Fahreindrücke mit dem „Straßenkreuzer", das erste mal Volltanken für 110 Euro, die erste große Reise zu viert an die Cote d'Azur, die Freude über den Rechnungsposten „Anzahl 8" beim Zündkerzentausch, die ersten eigenen Wartungs- und Reparaturversuche und auch die penible Auflistung von Unterhaltskosten und Investitionen. Das Mitteilungsbedürfnis in all diesen teils trivialen Punkten hat auch einen therapeutischen Hintergrund: die öffentliche Huldigung kompensiert ein wenig das intime Gefühl, diese zeitlos schöne Luxus-Limousine eigentlich gar nicht verdient zu haben. Daß die wachsende Besucherschar dabei auch zwangsläufig Zeuge meiner anfänglichen Naivität und den vielen daraus begangenen Dummheiten (besonders in finanzieller Hinsicht) wurde, blieb unvermeidbar und ein wesentlicher Bestandteil des Projekts „fuenfkommasechs.de". So konnten die noch werdenden Sternenschiffkapitäne aus meinen Fehlern lernen, und alte Mercedeskenner, die ebenfalls bald zum festen Leserstamm gehörten, hatten in meinen Mißgeschicken immer etwas zum Schmunzeln.
Garniert mit vielen Hochglanz- und Reportagefotos eines Vorstandsfahrzeugs a.D. entstand aus dieser Melange eine wohl recht unterhaltsame kleine Bildschirmlektüre, für die ich viel motivierendes Lob erhalten und über die ich viele neue Kontakte und Freundschaften zu Gleichgesinnten geknüpft habe. Umgekehrt haben sich einige Leser meiner Schilderungen schließlich selbst zum Kauf eines ausgewachsenen S-Klassikers inspirieren lassen. Mittlerweile weiß ich von sechs „Verrückten", die sich tatsächlich den großen Achtender angeschafft und dabei fuenfkommasechs.de als ausschlaggebend genannt haben. Was in einigen Jahren wahrscheinlich den Straftatbestand der „Anstiftung zur Klimaschädigung" erfüllt, gereicht mir heute unverhohlen zu großem Stolz.
Inzwischen hat sich viel getan. Spätestens nachdem das wandelnde Mercedes-Lexikon Marc „Dreikommanull" Christiansen als eifriger Schreiberling hinzugekommen ist, konnte (und mußte) der ehemalige „Benzlog" stark erweitert werden. So vollzogen wir zum Jahreswechsel 2009/2010 nach eineinhalbjähriger Vorbereitung endlich den Umzug von einer einfachen HTML-Seite mit Wordpress-Einbettung auf ein vollständig datenbankbasiertes „Portal", das vielleicht mitunter noch etwas ins Stottern gerät, aber doch so viel mehr Features für Besucher und Autoren bietet, vor allem mehr Interaktivität.
Inhaltlich ist fuenfkommasechs.de nun auf direktem Kurs, mit Ihrer und Eurer Mithilfe ein möglichst umfassender Anlaufpunkt zum Thema „S-Klasse der Achtziger Jahre" zu werden, ohne dabei auf die vielen kleinen Geschichten des Alltags mit dem 126er verzichten zu wollen. Schon jetzt verweisen das offizielle Classic-Magazin von Mercedes-Benz, AutoBild Online und Wikipedia beim Thema W126 auf uns. Wir freuen uns insbesondere über ersteres.
Und was wird aus dem Namen, jetzt wo es doch um alle Hundertsechsundzwanziger geht und nicht allein um den „Fünfkommasechser" 560 SEL? Nun, der bleibt, denn genauso wie „sechskommaneun" Synonym für die höchstdosierte Darreichungsform der Baureihe 116 ist, steht „fünfkommasechs" für die Krone der Baureihe 126.
Johannes Schlörb, Januar 2010
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